Freitag, 16. März 2012

300 Millionen Euro für Prävention in 2010: Mehr betriebliche Gesundheitsprävention- weniger individuelle Angebot

Posted By Heidi Kohlwes On 15.03.2012 @ 19:44 In News | 

Betriebliche Gesundheitsprävention steigt stark an, individuelle Präventionsangebote gehen leicht zurück. Das ist das Ergebnis des aktuellen Präventionsberichts der gesetzlichen Krankenkassen und des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS). Für Heilmittelerbringer, die in den Bereich Prävention einsteigen wollen oder bereits Angebote durchführen, bietet der Bericht fundierte Informationen über die aktuelle Marktlage.


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Insgesamt gaben die Krankenkassen rund 300 Mio. Euro für Präventionsaktivitäten in 2010 aus, im Durchschnittlich 4,33 Euro je Versichertem. Der gesetzliche Ausgaberichtwert für das Jahr 2010 lag bei 2,86 Euro pro Versichertem. Diese Bilanz ziehen der GKV-Spitzenverband und der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen in ihrem aktuellen Präventionsbericht. Schaut man sich die Zahlen vom Vorjahr an, sind die Ausgaben für Präventionsleistungen allerdings um 11 Millionen Euro gesunken. So lag der Durchschnitt je Versichertem in 2009 noch bei 4,44 Euro.

Ausgaben für betriebliche Gesundheitsförderung stiegen

Ein Schwerpunkt lag im Jahr 2010 bei der betrieblichen Gesundheitsförderung. Insgesamt mehr als 42 Mio. Euro gaben die Kassen hier aus, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Besonderes Augenmerk richteten die Krankenkassen laut Bericht auf die Gesundheitsförderung älterer Arbeitnehmer. Der Anteil der Beschäftigten über 50 Jahre, die Projekte der betrieblichen Gesundheitsförderung genutzt hätten, sei um ein Drittel gestiegen. 42 Prozent aller gesundheitsfördernden Projekte wurden in Betrieben des verarbeitenden Gewerbes durchgeführt. Maßnahmen zur Reduktion körperlicher Belastungen am Arbeitsplatz standen im Vordergrund. Dieser Bereich sei häufiger Ziel von Präventionsmaßnahmen, da die körperliche Belastung der Mitarbeiter hier besonders hoch ist, so die Begründung. Am stärksten seien die Unternehmen von mittlerer Größe an der betrieblichen Gesundheitsförderung beteiligt. Stark zugenommen habe in den letzten Jahren auch der Bedarf an Maßnahmen zum Erhalt der psychischen Gesundheit.

Sechs Prozent weniger für individuelle Kurse

Dagegen investierten die Kassen in 2010 weniger Geld in individuelle Kurse zur Bewegungsförderung, Ernährungsberatung, Stressbewältigung oder Raucherentwöhnung. Darunter fallen auch Kurse wie zum Beispiel Rückenschule etc. Rund 240 Mio. Euro gaben die Kassen hier aus, rund sechs Prozent weniger als noch im Vorjahr. Seit Einführung der Berichterstattung über Leistungen nach dem individuellen Ansatz mit dem zweiten Präventionsbericht im Jahr 2002 sei die Zahl der Versicherten, die primärpräventive Kurs- und Seminarangebote in Anspruch genommen hätten, bis zum Jahr 2009 kontinuierlich gestiegen, so der Bericht. Im Berichtsjahr 2010 sei zum ersten Mal ein leichter Rückgang der Inanspruchnahme zu verzeichnen. Während die Kursteilnahme zum Thema Bewegung im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückging, wurden Angebote zur Stressreduktion und Entspannung vermehrt wahrgenommen. Für Therapeuten ein Hinweis darauf, welche Kurse derzeit im Trend liegen.

Zu den Kooperationspartner sagt der Bericht: „In 71 Prozent aller Projekte wurden im Jahr 2010 Kooperationspartner genannt (2009: 60%, 2008: 67%). Im Mittel waren zwei bis drei Kooperationspartner beteiligt. Am häufigsten wurden, wie auch in den Vorjahren, Gesundheits-/Sozial-/Bildungseinrichtungen und gewerbliche Anbieter/Unternehmen genannt.“
Der jährlich von GKV-Spitzenverband und vom MDS herausgegebene Präventionsbericht dokumentiert die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen in der Primärprävention nach § 20 [1] und der betrieblichen Gesundheitsförderung nach § 20a [1] des Fünften Buches des Sozialgesetzbuches (SGB V). Dazu gehören etwa Gesundheitsförderungsprojekte in Schulen und Kindergärten, Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung sowie auch Kurse, die sich an einzelne Versicherte wenden.

Konkret: Therapeuten, die sich mit Prävention beschäftigen, erhalten mit dem Bericht ausführliche Informationen zur betrieblichen und individuellen Präventionsförderung. Fallbeispiele geben Anregungen für die eigene Praxis und detaillierte Statistiken lassen Trends erkennen, die sich zur Überprüfung des eigenen Angebots eignen.
Business Doctors: www.Business-doctors.at 



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