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Montag, 28. Juli 2014

Prävention ist dringend notwendig : Wirtschaftliche Kosten von psychischen Erkrankungen enorm

Global fast 2.500 Milliarden US-Dollar - 

Umfassende Gegenstrategien empfohlen.


Die OECD hat die volkswirtschaftlichen Kosten von psychischen Leiden berechnet. 
Darüber hinaus kritisiert die Organisation, dass zu wenig Geld für die Behandlung ausgegeben wird.

Berlin/Wien - 
Psychische Erkrankungen kosten entwickelten Staaten - so auch Österreich - etwa vier Prozent des Bruttoinlandsproduktes. 
Global wurden diese Kosten für das Jahr 2010 auf 2.493 Milliarden US-Dollar (1.842 Milliarden Euro) geschätzt. 
Das geht aus einem Bericht der OECD hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.


"Die epidemiologischen, sozialen und ökonomischen Belastungen durch psychische Erkrankungen in den OECD-Staaten sind enorm", stellten die Experten der Organisation fest. 
Etwa 20 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung würden aktuell und klinisch signifikant an diesen Krankheiten leiden. 



Bis zur Hälfte der Menschen weisen zumindest einmal in ihrem Leben eine psychiatrische Erkrankung auf.

Zu wenig Geld

Das wirkt sich über die direkten medizinischen Kosten, mangelnde Produktivität, Arbeitslosigkeit, Krankenstände und soziale Aufwendungen deutlich aus: 
Bereits für das Jahr 2004 wurde eine Reduktion des BIP als Folge psychischer Erkrankungen für Kanada um 4,4 Prozent, für Großbritannien um 4,1 Prozent und für Frankreich um 2,3 Prozent berechnet.

Trotz dieses allein schon ökonomisch hohen Stellenwertes sorgen auch die entwickelten Staaten der Erde offenbar nur mangelhaft vor bzw. stellen für Prävention, Diagnose, Therapie und langfristige Betreuung nur ungenügende Mittel zur Verfügung. 


Ein Beispiel dafür ist Großbritannien: 
Zwar machen dort psychische Erkrankungen 23 Prozent der "Krankheitslast" in der Gesellschaft aus, doch auf sie entfallen nur 13 Prozent der Aufwendungen des staatlichen Gesundheitssystems (NHS), so der Report.

Schlecht betreut

Die Betreuung der Betroffenen ist offenbar schlecht. 
88 Prozent der Menschen mit schweren psychischen Störungen haben in Umfragen "quer durch die OECD-Staaten" berichtet, dass sie weniger leistungsfähig seien als möglich. 


Unter Menschen mit moderaten psychischen Gesundheitsstörungen lag dieser Anteil bei 69 Prozent, bei Personen ohne solche Leiden betrug er 26 Prozent. Obwohl die meisten psychischen Erkrankungen ambulant behandelt werden können, beträgt der Anteil der Spitalspflege für diese Patienten in Deutschland noch immer ein Drittel, in den Niederlanden rund 45 und in Tschechien fast 69 Prozent.


Ebenfalls quer durch die OECD-Staaten zieht sich auch die Beobachtung, dass die Aufwendungen des Gesundheitswesens im Bereich der psychischen Erkrankungen steigen. 
So haben sie sich im Rahmen des Budgetprogramms der Niederlande von 2,78 Milliarden Euro im Jahr 2000 auf 5,09 Milliarden Euro im Jahr 2010 fast verdoppelt. 
Nur in Finnland zeigte sich hier eine Trendumkehr.

Leistung leidet

Ein erhebliches Problem sind auch die indirekten Kosten. 
Für Frankreich allein wurden jährlich 20 Milliarden Euro an Produktivitäts verlusten infolge dieser Erkrankungen kalkuliert. 
Etwa die Hälfte davon (9,33 Milliarden Euro) entstand dort durch Arbeitslosigkeit, der Rest durch Krankenstände. 
Sie sind bei psychiatrischen Erkrankungen charakteristischerweise überdurchschnittlich lang.


Der Bericht spricht auch Empfehlungen aus: 

So sollte es eine bessere epidemiologische Überwachung der Entwicklung der Häufigkeit, Status der Betroffenen etc. in Sachen psychische Erkrankungen geben. 

Therapien mit wissenschaftlich belegtem Nutzen seien zu fördern und ihre Verwendung auszudehnen. Schließlich sollte die Primärversorgung im Gesundheitswesen (niedergelassene Allgemeinmediziner etc.) mehr Anteil in Form einer umfassenden Patientenversorgung erhalten. (APA, 18.7.2014)



Original Artikel link: DER STANDARD



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Samstag, 3. Mai 2014

Stressmanagement und Gesundheitskosten: Dem negativen Stress den Kampf ansagen

Dauerhafter Stress kann Auslöser 
ernstzunehmender Erkrankungen sein.

Österreich ist im Europa 
-Vergleich bei Stressmanagement- 
Programmen Schlusslicht

Psychische Erkrankungen gelten in Österreich als vierthäufigste Ursache von Krankenständen, das sind jährlich 78.000 Personen, die aufgrund psychischer Leiden arbeitsunfähig sind. 

Seit 1991 stieg die Zahl der Krankheitstage durch psychische Störungen um etwa 33 Prozent, so die Zahlen des Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie.

Stress gilt als eine der Hauptursachen für psychische Erkrankungen.
Die Kosten sind enorm.

In einer aktuellen Analyse des Instituts Wirtschaftsstandort Oberösterreich (IWS) wurden die volkswirtschaftlichen Kosten ausgerechnet.
Jährlich, so die Studie, würden in Österreich durch psychische Erkrankungen rund sieben Milliarden Mehrkosten anfallen, im gesamten EU-Raum rund 117 Millionen. 

Und: 
Diese Kosten werden in den nächsten Jahren
signifikant steigen.


Kostengünstig gegensteuern

Die europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz widmet das Jahr 2014 daher auch dem Thema Stress, als eine der Hauptursachen für psychische Erkrankungen. Viele der Gegenmaßnahmen würden wenig bis keine zusätzlichen Kosten verursachen, und Maßnahmen zum Gegensteuern würden in kurzer Zeit greifen.

Unter: www.healthy-workplace.eu bietet die EU-Gesundheitsagentur und Business Doctors unter: www.Business-Doctors.at umfangreiche Informationen zu Stressmanagement-Programmen.

Österreich gehört laut OECD Health Index gemeinsam mit Italien zu den Schlusslichtern in der EU, heißt es in der Analyse des IWS. 
Und wenn die präventiven Maßnahmen gegen chronischen Stress nicht ausgebaut werden, würden die Kosten explodieren, warnen Experten.

Denn je später psychische Erkrankungen wie Burnout erkannt werden, desto höher die Kosten. 
Friedrich Schneider, Professor am Institut für Volkswirtschaft an der Johannes-Kepler-Universität Linz, gibt in der Analyse ein eindrucksvolles Beispiel:
"Wird Burnout rasch erkannt, so können Kosten bis zu 2300 Euro anfallen - wird diese psychische Erkrankung aber erst sehr spät diagnostiziert, können die Kosten auf bis zu 130.000 Euro pro Erkrankten steigen."

Artikelbild

Aus diesem Grund hat das IWS in Kooperation mit dem Verein pro mente OÖ das Projekt "Stressfrei Austria" gestartet. Die Plattform orientiert sich an international etablierten Stressmanagement-Programmen und wurde von einem interdisziplinären Expertenteam entwickelt.

Leicht erlernbar

Stress kenne jeder, problematisch werde Stress dann, wenn er zu lange anhält und ständiger Begleiter ist. Dann kann Stress Auslöser ernstzunehmender Erkrankungen werden. Die Verantwortung liege sowohl bei den Mitarbeitern als auch bei den Unternehmen, so die Initiatoren des Projekts.

Aber Stressmanagement könne leicht erlernt werden. 
Profitieren würden sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter.

Denn nicht nur die Anzahl der Krankenstandstage könne so reduziert werden, Verbesserungen würde es auch bei der Konzentrationsfähigkeit, der Teamarbeit und bei der Produktivität geben, heißt es vonseiten der Initiatoren. 


Artikel Link: DER STANDARD
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