Mittwoch, 17. September 2014

AK Stmk. Präsident Josef Pesserl empfielt das Symposium 2014 Friedensburg-Schlaining, Österreich

Intro: Franz K. Daublebsky
Business Doctors, Graz, Österreich.


AK Stmk. Präsident Josef Pesserl, empfiehlt nach ausführlicher Prüfung 
und Sichtung des Programmes den Besuch von dem Symposium 2014 
" Gesundbleiben - von der Arbeitsgesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft " 
vom 16. - 17. Oktober 2014 in der Friedensburg Schlaining. 

AK Stmk. Präsident Josef Pesserl

Auf Grund des zeit aktuellen Themas und der dringenden wirtschaftlichen Notwendigkeit unsere Betriebe gesund und wettbewerbsfähig zu erhalten, um sich auch weiterhin den globalen Anforderungen erfolgreich stellen zu können, wie auch der wirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Dimension und Herausforderung an eine weitreichend flächendeckende Prävention von psychosozialen Erkrankungen gerecht zu werden, hat AK Stmk. Präsident Josef Pesserl dieses Symposium als wertvolle Plattform zur Information, Diskussion und Fort- und Weiterbildung anerkannt und empfiehlt den Besuch und die Teilnahme an diesem Symposium.

Franz K. Daublebsky,
Business Doctors, Graz, Österreich.


AK Stmk. Präsident Josef Pesserl
empfielt das Symposium 2014


Das Zauberwort in der Gesundheitspolitik heißt „Prävention“. 
Der betrieblichen Gesundheitsförderung kommt in diesem Zusammenhang höchste Bedeutung zu, verbringen wir doch einen großen Teil unseres Lebens an unserem Arbeitsplatz. 
Dass Vorbeugen besser als heilen ist, klingt zwar nach einer Binsenweisheit, muss sich in den Köpfen vieler Entscheidungsträger aber erst festsetzen. 
Denn trotz großer Fortschritte sind betriebliche Gesundheitsförderungsprogramme noch weit davon entfernt, selbstverständlicher Bestandteil der unterschiedlichen Unternehmenskulturen zu sein.

Bemühungen, der betrieblichen Gesundheitsförderung mehr Gehör zu verschaffen, können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, da sie eine Win-win-win-Situation schafft. 
Der Gewinn für die ArbeitnehmerInnen liegt auf der Hand. 
Einen gesunden persönlichen Lebensstil vorausgesetzt, schafft Gesundheitsförderung im Betrieb die Basis, länger gesund und leistungsfähig zu bleiben. 

Schließlich gilt die Gesundheit völlig zu Recht als unser wertvollstes Gut. 


Aber auch die Unternehmen ziehen Nutzen aus der Gesundheitsförderung: 

Die Steigerung der Arbeitszufriedenheit, die Verbesserung des Betriebsklimas, die Verringerung der Fluktuationsrate und nicht zuletzt die Reduzierung von Fehlzeiten der Beschäftigten, die Steigerung der Produktivität und die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit sind Faktoren, die durchaus auch in betriebswirtschaftlichem Sinn messbar sind. 

Es gibt genügend Untersuchungen, die nachweisen, dass jeder in Gesundheitsförderung investierte Euro mehrfach zurückkommt.

Dritter Gewinner sind schließlich die sozialen Sicherungssysteme. 
Gesundheitsförderung auf allen Ebenen führt zu einer Entlastung der Krankenversicherung. Die Erwerbsfähigkeit der ArbeitnehmerInnen auch in höherem Alter ist darüber hinaus eine der Grundvoraussetzungen für die viel beschworene Erhöhung des Pensionsantrittsalters. 

Die Gesundheit der ArbeitnehmerInnen ist also nicht nur Privatsache und muss daher auf allen Ebenen gefördert werden – vor allem auch auf der betrieblichen Ebene.

                  
 AK Stmk. Präsident Josef Pesserl




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Dienstag, 16. September 2014

Stress am Arbeitsplatz: Arbeiten wir uns krank?

Zu laut, zu viel, zu stressig: 
Eine neue Studie stellt Österreichs Arbeitsplätzen ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. 
Aber ist die Lage wirklich so schlimm? 

Ein Erklärungsversuch.

Österreich, das Paradies für Arbeitnehmer? 
Mitnichten. Großzügige Urlaubsansprüche, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie eine ausgezeichnete Absicherung bei Krankheit oder Jobverlust: 
Trotz all dieser Vorzüge, die Beschäftigte hierzulande genießen, landet Österreich in einer aktuellen Studie der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bei der Qualität der Arbeitsplätze nur auf Platz 19 von allen untersuchten Industrieländern – hinter Großbritannien, den USA und sogar Estland. 
Da hilft es auch nicht, dass Österreich die niedrigste Arbeitslosigkeit hat und Österreichs Beschäftigte kaum Angst haben, ihre Jobs zu verlieren.


Besonders miserabel schneidet Österreich bei den Arbeitsanforderungen ab. 
Die Beschäftigten empfinden ihre Arbeitszeiten als lang, den Druck als hoch und sehen sich großen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt. 
Im Durchschnitt dieser Faktoren landet Österreich nur auf Platz 27 von 32 Ländern. Aber kann es wirklich sein, dass es sich hierzulande schlechter arbeitet als in Mexiko?

„Wir waren in der ersten Reaktion auch überrascht“, sagt Christopher Prinz aus der OECD-Abteilung für Beschäftigung und Soziales und Ko-Autor der Studie. 

Für die überraschend schlechte Performance hat er mehrere Erklärungen parat: 
zum einen die ökonomische Struktur Österreichs. So habe der Tourismus eine relativ hohe Bedeutung für die heimische Wirtschaft „und dort sind die Arbeitsbedingungen natürlich fürchterlich“, so Prinz. 
Dazu komme eine hohe Belastung durch Lärm und Schmutz, was durch den hohen Industrieanteil in Österreich erklärt wird. Jeder sechste Arbeitnehmer habe darüber geklagt, was, so Prinz, im internationalen Vergleich relativ ungewöhnlich sei. Und es gebe immer noch große Unterschiede zwischen Arbeitern und Angestellten.



Ein Grund dürfte auch in der Methode liegen: 
Die Daten, die dem Bericht zugrunde liegen, stammen überwiegend von der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Dublin, die die Studienteilnehmer über ihr Arbeitsumfeld befragt hat. 
Objektive Kriterien wurden keine miteinbezogen. 
Wobei man persönliche Stresslevels wohl auch relativ schwer vergleichen kann. Außerdem, sagt Prinz: „Forschungsergebnisse zeigen, dass subjektive Einschätzungen oft sehr viel mit der Wirklichkeit zu tun haben. Was die Menschen empfinden, wird automatisch zu einer gewissen Wirklichkeit.“ 
Und die sieht dann so aus: 
Österreichs Unternehmen und Politiker, so rät die OECD, müssen schleunigst etwas unternehmen, wenn sie sich nicht mit rasant steigenden Burn-out-Raten, Depressionen und anderen stressbedingten physischen und psychischen Krankheiten herumschlagen wollen.

Hohe Kosten für Burn-out. Schon jetzt verursachen psychische Krankheiten in Österreichs Volkswirtschaft jährlich rund sieben Milliarden Euro Schaden, wie eine Studie des Linzer Ökonomen Friedrich Schneider im Dezember ergab. 
Wird etwa ein Burn-out bei einem Beschäftigten rasch diagnostiziert, koste das den Betrieb zwischen 1500 und 2300 Euro. 
Bemerkt man es erst, wenn sich der Betroffene schon mitten im Zusammenbruch befindet, schnellen die Kosten im schlimmsten Fall auf bis zu 130.000 Euro in die Höhe.



Die Arbeiterkammer, die sich das Thema Burn-out-Prophylaxe schon vor Jahren auf die Fahnen geheftet hat, fühlt sich durch die OECD-Studie bestätigt: 
„Die Betriebe müssen viel besser darauf achten, ob ihre Mitarbeiter Belastungen ausgesetzt sind“, sagt Alexander Heider, Leiter der Abteilung Gesundheit und Arbeit in der AK. 
Seit 2013 sind Unternehmen verpflichtet, ihre Arbeitsplätze auf Stressfaktoren zu evaluieren. Eine Untersuchung im vorigen Frühjahr ergab, dass 40 Prozent der überprüften Firmen die gesetzlichen Vorgaben ignorierten.

Einigermaßen überrascht über die OECD-Studie zeigte sich die Wirtschaftskammer: 
Es bestehe „kein Grund, die heimische Arbeitswelt krankzujammern“, so WKÖ-Sozialexperte Rolf Gleissner in einem Rundschreiben. 
Eine Erklärung ist für ihn: 
„Österreicher und Deutsche arbeiten überdurchschnittlich produktiv, was auch eine höhere Arbeitsbelastung mit sich bringt.“ 
Er verweist aber auch auf andere Quellen, etwa das Europäische Gewerkschaftsinstitut ETUI, das die Arbeitsqualität in Österreich weit überdurchschnittlich einstuft. In der OECD-Studie liegt Deutschland bei der Arbeitsplatzqualität einen Platz hinter Österreich. 
Am besten schnitt Schweden ab, gefolgt von Norwegen, Neuseeland, Irland, Finnland und der Schweiz.

„Wenn die Mitarbeiter nicht zufrieden sind, kostet das ein Unternehmen viel Geld“, sagt Doris Pfalz vom Institut Great Place to Work, das regelmäßig Österreichs beste Arbeitgeber auszeichnet. 
Es werde immer wichtiger, dass Führungskräfte Anerkennung für gute Arbeit und Einsatz zeigten. In den Firmen, die es zuletzt unter die besten schafften, beantworteten 76 Prozent der Mitarbeiter diese Frage mit „Ja“. 
In jenen, die sich um die Auszeichnung bewarben, sie aber nicht bekamen, waren es 52 Prozent. 
In den Gewinnerfirmen fanden 73 Prozent der Belegschaft, dass man „an diesem Arbeitsplatz psychisch und emotional gesund“ bleibe, in den übrigen nur 48 Prozent. 
In den Topbetrieben kommen 85 Prozent gern zur Arbeit, in den restlichen nur 56 Prozent. 
„Dabei arbeiten wir ohnehin schon mit den Unternehmen, die auf Arbeitsplatzkultur Wert legen“, so Pfalz.



„Löhne müssen steigen.“ 
Unterdurchschnittlich schnitt Österreich in der OECD-Studie letztlich auch bei den Einkommen ab – obwohl die Bruttolöhne verglichen wurden, die hohe österreichische Abgabenquote also noch gar nicht zum Tragen kam. 
Das liegt, sagt Prinz von der OECD, auch daran, dass in Österreich in den vergangenen 15 Jahren starke Lohnzurückhaltung betrieben wurde. 
Im Unterschied zu fast allen anderen OECD-Ländern. 
Das habe Österreich zwar sehr wettbewerbsfähig gemacht – nun sei aber der Plafond erreicht: „Lohnsteigerungen werden notwendig sein, auch im Sinne der Krisenbewältigung.“

Empfehlung von Business Doctors, Graz, Österreich



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Samstag, 13. September 2014

Stress: Ständige Erreichbarkeit hat psychische Folgen

Der Stress wächst, wenn Menschen auch außerhalb des Büros erreichbar sind. 
Doch Psychologen erkennen in einer Meta-Studie auch positive Folgen.

Die Meinungen gehen auseinander: 
Während im Arbeitsministerium laut über eine gesetzliche Regelung nachgedacht wird, die berufliche E-Mails und SMS nach Feierabend einschränkt, warnt das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) davor. 
Stephan Sandrock vom ifaa: 
„Der derzeitige Stand der Forschung gibt keine Belege für eine mehrheitliche Überbelastung der Erwerbstätigen.“ 
Hilfreich seien „betriebsspezifische Lösungen, die nur der einzelne Betrieb definieren und umsetzen kann.“


Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema sind, das zeigt die Diskussion, ziemlich offen für verschiedene Interpretationen. 

Die Psychologen Barbara Pangert und Heinz Schüpbach von der Universität Freiburghaben jetzt für die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in einer Meta-studie die bisherigen Erkenntnisse zusammengetragen, über die das Portal wirtschaftspsychologie-aktuell.de berichtet. 
Ergebnis: 
Durch die Erreichbarkeit nehmen Belastung, Konflikte zwischen Arbeit und Freizeit sowie Stress zu, aber auch die Arbeitszufriedenheit nimmt offenbar leicht zu.


Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass „man für die Mehrheit der deutschen Beschäftigten von einer erweiterten arbeitsbezogenen Erreichbarkeit sprechen kann“. 
Das bedeutet, dass die Beschäftigten nicht rund um die Uhr, aber auch jenseits der regulären Arbeitszeit und des Arbeitsortes durch Smartphones für berufliche Angelegenheiten erreichbar sind. 

Sie nehmen Bezug auf deutschlandweite Studien, etwa auf die oben genannte Befragung von 3090 Erwerbstätigen durch die DAK. 
Demnach lesen etwa ein Viertel aller Beschäftigten einmal oder mehrmals in der Woche außerhalb der Arbeitszeit E-Mails. Rund 16 Prozent aller Beschäftigten werden einmal oder mehrmals in der Woche außerhalb der Arbeitszeit angerufen und 15 Prozent übernehmen sehr häufig oder oft in Ihrer Freizeit Aufgaben für ihr Unternehmen.

65 Prozent der Befragten sagen, dass sie E-Mails außerhalb der Arbeitszeit gar nicht belasten, 33 Prozent fühlen sich etwas, 2 Prozent erheblich belastet. 
49 Prozent belasten Telefonate gar nicht, 46 Prozent etwas, 6 Prozent erheblich. 
Neben den negativen Auswirkungen (unterbrochene Erholung, fehlende Planbarkeit) sehen viele auch positive Auswirkungen der Erreichbarkeit, zum Beispiel Flexibilität.


Aus 23 internationalen Studien zu den Folgen der Erreichbarkeit ziehen Pangert und Schüpbach folgende Schlüsse:

Je größer die erweiterte Erreichbarkeit, desto häufiger kommt es zu Konflikten zwischen Arbeit und Privatleben.

Je mehr erweiterte Erreichbarkeit, desto häufiger wird über Burnout, Stress, Nicht-abschalten-können und Schuldgefühle berichtet.

Je erweiterter die Erreichbarkeit, desto zufriedener, engagierter und leistungsfähiger beschreiben sich die Befragten. Allerdings ist dieser Zusammenhang schwächer als die beiden anderen.



Original Artikel: WIRTSCHAFTS WOCHE
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Studie:
Die Gefahr ständiger Erreichbarkeit

von Daniel Rettig

Lesen Sie auch abends noch berufliche E-Mails? 
Das sollten Sie sein lassen. Laut einer neuen Studie gilt: 
Wer sein Smartphone am Feierabend beruflich nutzt, schläft schlechter – und ist am nächsten Tag lustloser.


Die Meinungsforscher von Forsa befragten im vergangenen Jahr im Auftrag der Techniker Krankenkasse 1.000 Deutsche zu Ihrem Kommunikationsverhalten. 
Etwa 21 Prozent der 46- bis 55-Jährigen gaben an, im Alltag ständig erreichbar zu sein. 
Bei den 36- bis 45-Jährigen waren es 35 Prozent, bei den 18- bis 25-Jährigen sogar 87 Prozent.

Irgendwie verständlich.
Es ist schwierig, eintreffende SMS oder E-Mails komplett zu ignorieren. Wenn das Display neue Nachrichten anzeigt, siegt meist die Neugier auf den Inhalt. Auch am Feierabend oder am Wochenende.


Doch genau davor warnt nun der US-Wissenschaftler Christopher Barnes von der Universität von Washington: 
„Wer sein Smartphone am Feierabend beruflich nutzt, ist am Arbeitsplatz müder und lustloser.“

Zu diesem Ergebnis gelangte Barnes in einer neuen Studie. 
Dafür befragte er zum einen 82 Führungskräfte im Alter zwischen 31 und 50, andererseits 161 Angestellte ohne Personalverantwortung.

Alle füllten zehn Tage lang einen Fragebogen aus. 
Morgens um sechs Uhr gaben sie an, wie gut und lange sie in der Nacht zuvor geschlafen hatten, ob sie sich erschöpft fühlten und ob sie vor dem Einschlummern ihr Smartphone beruflich genutzt hatten. Nachmittags um 16 Uhr erstatteten sie Auskunft darüber, wie engagiert sie gerade bei der Arbeit waren.

Dabei entdeckte Barnes: 
Jene Angestellten, die ihr Smartphone abends und nachts beruflich nutzten, schliefen wesentlich schlechter. 
Mehr noch: 
Sie fühlten sich am nächsten Morgen auch wesentlich erschöpfter – und waren am folgenden Tag im Büro lustloser und weniger engagiert.


Ein Grund mehr, das Handy abends zu ignorieren – oder am besten gleich ganz auszuschalten.

Original Artikel: WIRTSCHAFTSWOCHE
Empfehlung von Business Doctors, Graz, Österreich




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Dienstag, 9. September 2014

Stress wenn der Chef anruft und Arbeitsrecht Info-Tipps

Von wegen dauernde Erreichbarkeit: 
Wenn der Chef anruft, rufen nur die wenigsten zurück. 
Noch unwichtiger sind den Deutschen verpasste Anrufe von Arbeitskollegen. 
Ganz anders sieht es da bei der Familie aus.


So wichtig wie viele Arbeitgeber es wohl gerne hätten, sind sie gar nicht. 
Das hat das Marktforschungsinstitut YouGov im Auftrag des Telekommunikationsanbieters Tele2 herausgefunden. 
Nur zehn Prozent der Deutschen würden ihren Chef bei einem verpassten Anruf sofort zurückrufen. Auf die Frage, wessen Anruf die Umfrage Teilnehmer getrost übergehen würden, nannten 40 Prozent den Vorgesetzten. Der Chef wird also schlichtweg ignoriert.

Noch unwichtiger sind den Angestellten die Belange der Arbeitskollegen: 
Nur bei drei Prozent der Befragten stehen sie auf der Top-Rückruf-Liste. 
Männer rufen die Kollegen dabei noch eher zurück als Frauen. 
Die reagieren wiederum eher auf einen Anruf vom Vorgesetzten: 
Im Vergleich zu den Männern, die in 43 Prozent der Fälle den Anruf des Chefs ignorieren würden, sind es bei ihnen nur 35 Prozent.


Viel wichtiger als das berufliche Umfeld sind den Umfrage Teilnehmern dagegen Freunde und Familie. 
70 Prozent der Deutschen rufen so schnell wie möglich den Partner zurück. 
Bei verheirateten Paaren reagieren 86 Prozent auf den verpassten Anrufe der oder des Liebsten.


Bei Menschen zwischen 18 und 24 Jahren nehmen die Freunde einen hohen Wert ein. 
Mehr als Drittel der Befragten rufen sie als erstes zurück. Sowohl Männer als auch Frauen stellen ihre Familie damit ganz klar an erste Stelle.

Die Behauptung, dass Menschen mit Karriere Ambitionen ihren Boss vor die eigene Familie und Partnerschaft stellen, scheint damit widerlegt.



Arbeitsrecht
Zehn Rechte, die Ihr Chef lieber verschweigt

Darf der Chef den gewünschten Urlaub einfach so ausschlagen und was passiert, wenn ich zu spät im Büro bin? 

Zehn Dinge, die Ihr Arbeitgeber Ihnen verschweigen könnte.



Überstunden

Der Chef darf Überstunden nur dann anordnen, wenn es sich um einen Not- oder Katastrophenfall handelt. 
Dazu zählt etwa ein Wasserrohrbruch, durch den das Betriebsgelände überflutet wurde, oder die Gefahr, dass Rohstoffe oder Lebensmittel verderben. In der Regel haben Mitarbeiter bei Überstunden einen Anspruch auf Freizeitausgleich, der nach drei Jahren verjährt. Je nach Betrieb und Arbeitgeber sind zudem bezahlte Überstunden möglich. Hier lohnt sich ein Blick in den Vertrag.


Gehalt

In schlechten Zeiten darf der Chef das Gehalt kürzen. 
So kann er etwa mit einer Änderungskündigung das Arbeitsverhältnis auflösen und dafür anbieten, den Vertrag gegen geringere Bezahlung fortzusetzen. 
Dagegen klagen aber viele Mitarbeiter erfolgreich. 
Üblicher sind die Anordnung von Kurzarbeit oder die Streichung von Boni bzw. Weihnachts- oder Urlaubsgeld.


Personalakte

In vielen Unternehmen wird für die Mitarbeiter ein individuelles Personaldossier erstellt. Jeder Arbeitnehmer darf in seine Akte Einsicht nehmen. 
Gerade vor einer Kündigung empfiehlt es sich, von dem Recht Gebrauch zu machen. Die Personalakte dokumentiert das Arbeitsverhältnis und enthält üblicherweise das Zwischenzeugnis, Beurteilungen, den Arbeitsvertrag sowie die Korrespondenz zwischen Beschäftigtem und Vorgesetztem, etwa über Gehaltsverhandlungen.


Freie Meinungsäußerung

Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung gilt auch am Arbeitsplatz. 
Jedoch steht es Arbeitnehmern keineswegs frei, Kollegen und Vorgesetzte zu beleidigen oder den Ruf des Arbeitgebers zu schädigen. 
Auch üble Nachrede ist nicht erlaubt. 
Werden diese Grenzen überschritten – hier muss immer der Einzelfall beurteilt werden – kann eine Vertragsverletzung vorliegen, die den Chef ggf. auch zu einer fristlosen Kündigung berechtigt.


Attest

Nicht immer muss nach drei Tagen ein Attest eingereicht werden. 
Im Entgeltfortzahlungsgesetz steht: 
„Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen.“ 
Allerdings gilt der Gesetzestext nur, wenn nichts anderes im Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung festgelegt wurde. Wer es genau wissen will, sollte seinen Vertrag durchlesen.


Befristete Verträge

Nicht jeden befristeten Vertrag kann der Chef unendlich verlängern. 
Es gibt zwei Arten von Befristungen: Eine Befristung mit sachlichem Grund und eine ohne sachlichen Grund. Eine Befristung mit sachlichem Grund, zum Beispiel als Elternzeit- oder Krankheitsvertretung oder für ein bestimmtes Projekt, kann im Prinzip unendlich verlängert werden. Liegt kein sachlicher Grund vor, ist gemäß Teilzeit- und Befristungsgesetz eine Befristung in der Regel bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig. Innerhalb dieses Zeitraumes darf der Vertrag höchstens dreimal verlängert werden.


Nützliche Kontakte

Wissen, das Mitarbeiter in einem Unternehmen erworben haben, dürfen sie auch bei ihrem nächsten Arbeitgeber einsetzen. Nicht erlaubt ist es, die wertvollen Kundendaten mitzunehmen. 
Dazu gehören unter Umständen auch Kontakte in persönlichen Netzwerken wie Xing und Datenspeicherungen auf Smartphones. 
Wer unerlaubt mit Kundendaten hantiert, kann sich strafbar machen - daneben kann die unerlaubte Verwendung der Daten einen Wettbewerbsverstoß darstellen. Allerdings darf man einem ehemaligen Angestellten nicht auf alle Zeit den Kontakt zu Kunden seines vorherigen Arbeitgebers untersagen. Hier muss der Einzellfall betrachtet werden.


Urlaub

Der Chef darf nicht vorschreiben, wann Mitarbeiter Urlaub machen. Dem Gesetz nach er die Wünsche seiner Untergebenen bei der Urlaubsplanung berücksichtigen. Abweichen darf er davon, wenn dringende betriebliche Belange dem entgegenstehen. Wollen mehrere Beschäftigte zur gleichen Zeit Urlaub nehmen, so muss der Chef eine soziale Auswahl vornehmen. In den Sommerferien kommt etwa eher der Arbeitnehmer zum Zuge, der schulpflichtige Kinder hat. 
Entscheidend ist der Ausgleich: 
Wem in diesem Jahr der Urlaubswunsch verwehrt bleibt, der sollte im nächsten Jahr besonders bedacht werden.


Unpünktlichkeit

Wer wegen Naturereignissen wie Schnee, Glatteis, Hochwasser oder auch wegen eines Staus bei der Arbeit zu spät kommt oder ganz fehlt, riskiert eine anteilige Kürzung seines Gehalts.
Möglich ist auch, dass der Arbeitnehmer die verlorene Zeit nacharbeiten muss. Denn der Beschäftigte hat die arbeitsvertragliche Nebenpflicht, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen. Eine Abmahnung oder sogar die Kündigung drohen aber nicht, wenn kein eigenes Verschulden vorliegt.



Scheinselbstständigkeit

Um Kosten zu sparen, engagieren Unternehmen häufig freiberuflich bzw. selbständig tätige Mitarbeiter. 
Doch das Arbeitsverhältnis ist oft nicht eindeutig. 
Eine abhängige Beschäftigung liegt vor, wenn jemand nicht selbst über seine Arbeitskraft verfügen kann. Straffe Zeitvorgaben durch den Arbeitgeber oder für ihn bereitgestellte Arbeitsmittel wie ein Computer sprechen ebenfalls dafür. Erfüllt man diese Kriterien, ist aber auf dem Papier selbstständig, liegt Scheinselbstständigkeit vor. Bei der Clearingstelle der Rentenversicherung können Betroffene prüfen lassen, ob der Arbeitgeber Sozialbeiträge für ihn abführen muss.




So treiben Sie Ihren Chef auf die Palme

Negativ-Argumente bei Gehaltsverhandlungen

Wer statt seines Gehalts den Blutdruck seines Chefs in die Höhe treiben will, der sollte folgende Negativargumente beherzigen. Alle anderen sollten lieber einen großen Bogen um solche und ähnliche Sätze bei der Gehaltsverhandlung machen.

„Die Raten für mein Häuschen drücken. Jetzt brauch ich mehr Geld!“

Ihr Chef ist kein Schuldenberater, also verschonen Sie ihn besser mit derart privaten Problemen. Außerdem bestätigt ein solches Eingeständnis, dass Sie nicht mit Geld umgehen können. Sie sind ein Risikofaktor für die Firma, die Gehaltserhöhung können Sie vergessen.

„Ich habe erfahren, was der Kollege Walter verdient. Jetzt will ich dasselbe!“

Sie wissen doch genau, dass Ihr Chef es nicht mag, wenn sich seine Angestellten hinter seinem Rücken gegenseitig zuflüstern, was sie verdienen. Er bezahlt nur nach Leistung, das ist sein Gerechtigkeitsbegriff.



„Ich habe zehnjähriges Dienstjubiläum. Höchste Zeit für eine Erhöhung!“

Die Forderung nach einem Sitzfleisch-Bonus wird bei Ihrem Chef auf taube Ohren stoßen.

„Sie haben die Wahl: Mehr Gehalt - oder ich bin weg!“

Mit dieser Art von Erpressung kommen Sie bei Ihrem Chef nicht weiter. Sogar wenn Sie ein guter Mitarbeiter sind und er Sie braucht, wird er nicht auf dieses Angebot eingehen, um sein Gesicht nicht zu verlieren. Er würde nie eingestehen, dass er von jemandem abhängig ist.

„Wo wir gerade in der Sauna sind: Eine dienstliche Frage...“

Ihr Chef wird die Vermischung von Privatem und Beruflichem nicht goutieren. Vielmehr wird er sich fragen, ob Sie sich nur bei ihm eingeschleimt haben, um Kapital daraus zu schlagen.

„Die Kollegen übertreffe ich bei weitem. Das sollte auch für mein Gehalt gelten!“

Ihr Chef wird sich fragen, warum Sie Ihre Kollegen schlecht machen. Er wird Sie auch für einen Sprücheklopfer und Spalter halten, dafür hat keiner eine Gehaltserhöhung bekommen.


„Entweder mehr Geld. Oder ich mache Dienst nach Vorschrift!“

Das klingt für Ihren Chef, als hätten Sie sich innerlich schon von Ihrem Arbeitsplatz verabschiedet. Dafür gibt es nicht mehr Geld, sondern höchstens eine Abmahnung.

„Ich könnte am Markt das Doppelte bekommen - oder sagen wir: ein Drittel mehr!“

Ihr Chef wird Ihnen Realitätsverlust attestieren und Ihnen unter keinen Umständen noch mehr Geld geben, sonst könnten Sie noch vollends abheben. Er wird sich fragen, ob Sie auch in Ihrem Büro-Alltag so leichtfertig mit Fakten umgehen. Sie hätten mit so einem Spruch sein Vertrauen verloren.


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